Versorgungssituation des Zweckverbandes Wasserversorgung Hohenberggruppe

Mittwoch, 27. Juli 2022

 

Liebe Kundinnen und Kunden des Zweckverbands Wasserversorgung Hohenberggruppe,
in den letzten Tagen hat uns allen die anhaltende Hitze zu schaffen gemacht und vielerorts wurde über Wasserknappheit berichtet. Als Ihr Trinkwasserversorger sind wir bestrebt, Ihnen täglich frisches Trinkwasser in ausreichender Menge und bester Qualität zur Verfügung zu stellen. Dies war in den letzten Tagen eine große Herausforderung, die wir allerdings gerne und gut gemeistert haben.

In solchen außerordentlichen Hochverbrauchszeiten schätzen wir uns glücklich, dass unsere Trinkwasserversorgung auf mehreren Standbeinen aufgestellt ist.
Durch das neue Wasserwerk im Donautal haben wir die Möglichkeit, eine größere Trinkwassermenge (früher 110 l/s jetzt 130 l/s) aus dem Pumpwerk Großschmiedebrunnen aufzubereiten und über den Hochbehälter Ellmaide und das Wasserwerk Hammer zu den einzelnen Hochbehältern zu fördern.

Neben dem Wasserwerk im Donautal werden am Standort des Wasserwerkes Hammer die Kohlwaldquelle, Hasenquelle, Galgenquelle und Ensisheimerquelle aufbereitet, welche als eine weitere Bezugsquelle eine Entnahme von über 40 l/s zulässt. Bei langanhaltender Trockenheit schütten diese jedoch nur ca. 50 % der genannten Entnahmemenge, also rund 20 l/s.

Mit den vorhandenen Eigenwasservorkommen verfügt der Zweckverband über mehr Wasservorkommen als derzeit von unseren Mitgliedern benötigt wird.
Da die Tagesabnahmen immer natürlichen Schwankungen unterstehen, betreibt der Zweckverband zur Abdeckung von Spitzenentnahmen Hochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von über 20.000 m³, welche wir derzeit stets im oberen Drittel gefüllt halten. Dieses Speichervolumen dient ebenfalls der Trinkwasserversorgung in Störungsfällen, sodass bei Totalausfall der Förderungen (z.B. Stromausfall) die Versorgung über einen kompletten Tag sichergestellt ist.

Würde der Wasserbedarf weiter ansteigen, kann zusätzlich das Pumpwerk Beuron mit ca. 30 l/s innerhalb kürzester Zeit an das Netz geschaltet werden und weitere 2.600 m³ pro Tag fördern. Bei einer noch höheren Wasserabnahme wäre es auch möglich, das derzeit stillgelegte Wasserwerk Neidinger Mühle mit ca. 70 l/s – also ca. 6.000 m³ pro Tag – wieder zu aktivieren, was jedoch etwas Vorlaufzeit bedürfte.

Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung hat der Zweckverband in den letzten Jahren viele Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt. Er plant auch für die Zukunft vorausschauend und verantwortungsvoll, die Anlagen auf dem Stand der Technik zu halten. Wenn alle Anlagen störungsfrei arbeiten, kann der Zweckverband daher auch bei länger anhaltender Hitze und Trockenheit die Trinkwasserversorgung in vollem Maße aufrechterhalten, sodass es zu keiner Verknappung kommen wird.

Trotz ausreichender Wasservorkommen wünscht sich der Zweckverband, dass besonders an solchen Tagen mit dem kostbaren Gut Trinkwasser verantwortungsvoll und sparsam umgegangen wird, da die Trinkwasserbereitung und deren Verteilung mit maximaler Kapazität für alle Beteiligten sowie die Anlagen eine Stresssituation bedeutet. Rohrbrüche, defekte Pumpen oder Armaturen oder auch Stromausfälle bei Sturm und Gewitter können trotz aller Vorsorge zu kurzen Versorgungsunterbrechungen in Teilbereichen führen.

Abschließend kann festgestellt werden, dass die Trinkwasserversorgung des Zweckverbandes sehr gut aufgestellt ist. Das gemeinsame Bewusstsein für die Wertigkeit von gutem Trinkwasser und der sorgsame Umgang damit gewährleistet auch in länger anhaltenden Trockenperioden eine ausreichende Versorgung und schont die Ressourcen unserer Natur.

 

Bürgermeister Frank Schroft
Verbandsvorsitzender