Der Winter hat Meßstetten fest im Griff

Mittwoch, 13. Januar 2021

Bereits seit mehreren Wochen ist der Winterdienst in der Heubergstadt aufgrund der anhaltenden Kälteperiode verstärkt im Einsatz. Zeigt sich der Winter auf der Alb von seiner extremen Seite, wie dies beispielsweise am Dienstag dieser Woche der Fall war, dann setzt die Stadt Meßstetten bis zu 22 Fahrzeuge gleichzeitig ein, um den Schneemassen Herr zu werden.

Aus dem Fuhrpark des Bauhofs sind bei Bedarf vier Fahrzeuge des Typs Unimog, ein LKW, vier Kleintraktoren, ein Radlader und der erst im vergangenen Sommer angeschaffte Holder C 65 SC im Einsatz. Hinzu kommen elf Fahrzeuge externer Unternehmen. Um die Räumfahrzeuge möglichst effektiv und mit maximalem Nutzen für die Verkehrsteilnehmer einzusetzen, gibt ein detaillierter Räum- und Streuplan vor, in welcher Reihenfolge die Straßen, Wege und Plätze von Schnee und Eis befreit werden sollen. Oberste Priorität haben dabei Durchgangs- und stark frequentierte Straßen sowie Steilstrecken. Hier kommt beim Räumen zusätzlich Streusalz zum Einsatz, teils in erheblichen Mengen, wie z.B. bei der Talstraße Richtung Lautlingen. Seit vielen Jahren setzt der Meßstetter Bauhof dabei auf das sogenannte Feuchtsalzstreuverfahren. Neben einem geringeren Verbrauch und einer deutlich schnelleren Wirkzeit wird so verhindert, dass Trockensalzbestandteile bei starkem Wind verweht werden.

Die im Winterdienst eingesetzten Fahrzeuge verfügen über GPS-Ortungssysteme. Diese melden per Datenübertragung die Bewegung jedes Fahrzeugs.

Besonders hochwertige Telematiksysteme kommen in den Fahrzeugen des Typs Unimog mit Salzstreuer zum Einsatz. Hier wird zusätzlich der Einsatz des Pfluges sowie die Menge des ausgebrachten Salzes in Gramm pro Quadratmeter registriert. Darüber hinaus misst ein am Fahrzeug angebrachter Fühler die Temperatur und Beschaffenheit des Fahrbahnbelags und ermittelt aus diesen Daten die optimale Streumenge. Somit kann sichergestellt werden, dass immer ausreichend aber nicht zu viel Salz ausgebracht wird. Neben einem Plus an Sicherheit trägt diese neue Technologie zudem auch zu einer Reduzierung des Steusalzbedarfs und einer Entlastung der Umwelt bei.

Bestens bewährt hat sich auch der erst im vergangenen Sommer angeschaffte Holder C 65 SC, so Bauhofleiter Michael Mayer. "Für das moderne Systemfahrzeug mit Allradantrieb und vier Schneeketten gibt es selbst bei extremen Schneeverhältnissen kein Halten", zeigt sich der Winterdienstprofi überzeugt. Aufgrund seines relativ geringen Gewichts und den kompakten Abmessungen kann der Holder bei extremen Schneefällen auch am Steilstück der Talstraße Richtung Lautlingen eingesetzt werden, wenn die deutlich schwereren Unimog-Fahrzeuge an ihre Grenzen stoßen. Der Holder ist somit eines der am stärksten beanspruchten Fahrzeuge der Winterdienstflotte.

Um auch im Falle eines anhaltend harten Winters einsatzbereit zu bleiben, setzt der Bauhof auf ein gut gefülltes Salzlager. Gleiches gilt bei der Bevorratung von Ersatzteilen für den Fuhrpark. Die meisten Reparaturen können so in der Bauhof-eigenen Werkstatt umgehend durchgeführt werden.

Außer den Straßen räumt der Meßstetter Bauhof auch 70 bis 80 Kilometer Wander- und Feldwege. An schönen Tagen laden diese Wege zu ausgedehnten Winterspaziergängen ein.

Zur Info: Durchschnittlich belastet der Winterdienst den Haushalt der Stadt Meßstetten mit rund 430.000 Euro. Aufgrund der milden Witterung und verhältnismäßig geringer Schneemengen lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei lediglich 217.000 Euro. Sollten sich die Witterungsverhältnisse der vergangenen Wochen so fortsetzen, wird der Winter 2020/21 allerdings wieder mit einem höheren Betrag zu Buche schlagen.