Verbandsvorsitzender wiedergewählt

Mittwoch, 02. September 2020

 

Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft wurde im Rahmen der diesjährigen Verbandsversammlung des Zweckverbands Wasserversorgung Hohenberggruppe erneut zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Der Neubau des Wasserwerks in Beuron-Langenbrunn ist die größte Einzelinvestition der Hohenberggruppe in deren nunmehr 41-jährigen Firmengeschichte.

Zur diesjährigen Verbandsversammlung des Zweckverbands Wasserversorgung Hohenberggruppe hatte dessen Vorsitzender, Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft, die Verbandsmitglieder kurz vor den Sommerferien in die Sporthalle nach Schömberg eingeladen.

Am Beginn seines Berichts erinnerte Schroft nochmals in kurzen Worten an das 40-jährige Jubiläum des Zweckverbandes im vergangenen Jahr. Am 1. Januar 1979 habe sich der heutige Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe durch den Zusammenschluss der Zweckverbände Hohenberggruppe und Heubergwasserversorgung links der Donau gegründet. Aufgrund der stetig vorherrschenden Wasserknappheit auf der Schwäbischen Alb sei eine zuverlässig funktionierende Wasserversorgung für die Menschen von größter Bedeutung gewesen. Entsprechend habe man deren Inbetriebnahme im Jahr 1886, zunächst unter dem Dach der „Heubergwasserversorgungsgruppe links der Donau“, mit großen Wasserfesten gefeiert. Diese überschwängliche Euphorie der Menschen mache deutlich, wie sehr früher unter der Wasserknappheit gelitten wurde und was es für ein Segen gewesen sein musste, fortan 365 Tage im Jahr über Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität zu verfügen.

Auch das Jahr 2020, und damit spannte Schroft wieder den Bogen zur Gegenwart, werde aufgrund der Corona-Pandemie zweifelsohne als ein außergewöhnliches in die Geschichtsbücher eingehen. Die Pandemie und die damit verbundenen Einschnitte bis hin zum völligen Lockdown über mehrere Wochen habe auch die Hohenberggruppe vor Herausforderungen gestellt. Als wesentlicher Bestandteil der kritischen Infrastrukturen sei es unabdingbar gewesen, den Betrieb innerhalb der Hohenberggruppe aufrechtzuerhalten. Hierzu habe man ein detailliertes Sicherheitskonzept erarbeitet und erfolgreich umgesetzt. „Im Ergebnis hatte der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe keinen Corona-Ausfall zu beklagen und konnte somit gut 100.000 Bürgerinnen und Bürger wie gewohnt zuverlässig mit hochwertigem Trinkwasser versorgen“, so Schroft. Seinen Dank richtete er an die Belegschaft der Hohenberggruppe für deren vorbildliches und verantwortungsbewusstes Handeln in dieser kritischen Phase.

Im Hinblick auf die aktuellen Aktivitäten des Zweckverbandes stellte er neben zahlreichen kleineren und mittleren Maßnahmen den Neubau des Wasserwerks Beuron-Langenbrunn in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Dieser stelle die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Zweckverbands dar. Seit dem offiziellen Spatenstich am 8. Mai 2019 seien mittlerweile die Hauptleitungen vom Großschmiedebrunnen bis zum Wasserwerk sowie der Erd- und Wegebau und der Rohbau des Wasserwerks fertiggestellt. Die Vergabesumme der bisher beauftragten Gewerke 1 bis 10 liege insgesamt bei knapp über 8 Mio. Euro. Erfreulicherweise bewege man sich damit etwa 230.000 Euro unterhalb der Kostenberechnung. Für den Neubau des Wasserwerks habe die Hohenberggruppe für ihre Verbandsmitglieder eine Förderung durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von rund 2,2 Mio. Euro generieren können.

Wie bereits bei der letztjährigen Verbandsversammlung angekündigt, so der Verbandsvorsitzende weiter, könne der über Jahre hinweg kontinuierliche Abbau der Schulden des Zweckverbands - zuletzt im Haushaltsjahr 2018 von ca. 2,8 Mio. auf knapp 2,5 Mio. Euro - aufgrund der Investitionskosten für das neue Wasserwerk nicht fortgeführt werden. Der Neubau des Wasserwerks habe im Jahr 2019 erste Kreditaufnahmen in Höhe von 3,250 Mio. Euro erfordert. Der Schuldenstand belaufe sich zum 31.12.2019 auf 5,43 Mio. Euro. Für die weitere Finanzierung des Neubaus sehe man für das Jahr 2020 Kreditaufnahmen mit einem Gesamtwert von 5,141 Mio. Euro vor.

Unter Führung von Wassermeister Andreas Wolters und dem stellvertretenden Verbandsrechner Simon Keller sei es gelungen, wieder die Zertifizierung nach ISO 50001 (Energiemanagementsystem) zu erhalten, was dem Zweckverband eine teilweise Rückerstattung der Stromsteuer in Höhe von rund 106.000 Euro beschert habe.

Der technische Betriebsführer Timo Rademacher erläuterte viele Einzelmaßnahmen. Die zweitgrößte Maßnahme aus dem vergangenen Jahr mit Kosten in Höhe von 462.000 Euro sei der Neubau des Hochbehälters Heinstetten, der am 28. Juni 2019 in Betrieb genommen wurde. Im Zuge dieser Maßnahme habe man auch die Fallleitung zum Ortsnetz und die Versorgungsleitung vom Hochbehälter Heinstetten zum Hochbehälter Stetten a.k.M. in Eigenleistung erneuert. Der Rückbau des alten Hochbehälters sei im Dezember 2019 erfolgt. Äußerst zufrieden zeigte er sich mit dem niedrigen Wasserverlust, der mit knapp 5 Prozent deutlich unterhalb des Durchschnittswerts anderer Zweckverbände liegt. Im Bereich Personal konnte er berichten, dass Herr Marco Melchien die Ausbildung zum Wassermeister bestanden hat. Weiter habe der Auszubildende zur Fachkraft Wasserversorgungstechnik, Herr Georg Losleben, aktuell die Abschlussprüfung bestanden. Er werde als Mitarbeiter der Hohenberggruppe übernommen.

Anschließend erfolgte jeweils einstimmig die Feststellung des Jahresabschlusses 2018 sowie des Wirtschaftsplans 2020.

Im Rahmen eines separaten Tagesordnungspunktes gab Herr Matthias Dreher vom beauftragten Büro dreher + stetter aus Empfingen einen ausführlichen Sachstandsbericht zum Neubau des Wasserwerks Beuron-Langenbrunn sowie einen Ausblick über den geplanten Verlauf der Baumaßnahme. In Ergänzung zu den Ausführungen des Verbandsvorsitzenden informierte er, dass im August und September die Estricharbeiten im Unter- und Erdgeschoss durchgeführt werden und im September der Dachaufbau/Anbau Fassade sowie im Anschluss die Estricharbeiten im Dachgeschoss und die Fliesenlegearbeiten erfolgen. Den Montagebeginn der technischen Ausrüstung datierte er ab Oktober 2020, die geplante Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks auf Dezember 2021. Im Rahmen des nachfolgenden Tagesordnungspunkts wurde die FairEnergie GmbH aus Reutlingen zum Angebotspreis von 234.059,50 Euro mit der Stromlieferung für die Hohenberggruppe vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 beauftragt.

Den Abschluss der Verbandsversammlung bildete die Wahl der Verbandsvorsitzenden, des Verbandsrechners sowie der Mitglieder des Verwaltungsrats der Hohenberggruppe und deren Vertreter in der Verbandsversammlung der Bodensee-Wasserversorgung. In ihren Ämtern bestätigt wurden dabei Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft als Vorsitzender der Hohenberggruppe, Bürgermeister Thomas Miller aus Rosenfeld als 1. stellvertretender Vorsitzender und Bürgermeister Benedikt Buggle aus Böttingen als 2. stellvertretender Vorsitzender. Verbandsrechner bleibt weiterhin der Kämmerer der Stadt Meßstetten, Daniel Bayer. Als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Hohenberggruppe gewählt wurde Bürgermeister Markus Hugger aus Spaichingen.