Übergabe des neuen Sport- und Freizeitgeländes auf dem Blumersberg an die Einwohnerschaft

Donnerstag, 29. Oktober 2020

 

Nach einer Bauzeit von weniger als sechs Monaten konnte am vergangenen Donnerstagnachmittag bei angenehmen Herbsttemperaturen das neue Sport- und Freizeitgelände auf dem Blumersberg an die Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gesamtstadt Meßstetten übergeben werden. Zu Beginn seiner Ansprache bedauerte Bürgermeister Frank Schroft, dass hierzu aufgrund der aktuell gültigen Regelungen lediglich eine kurze öffentliche Veranstaltung mit maximal 100 Personen möglich sei. Umso mehr zeigte er sich erfreut über das äußerst gelungene neue Freizeitangebot. Vom Grundsatzbeschluss des Gemeinderats im Juli 2018 bis zu dessen Fertigstellung seien lediglich gut zwei Jahre vergangen. Er bedanke sich ganz herzlich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Generationenprojektes beigetragen haben.

In vielen Einzelgesprächen sowie den Bürgerwerkstätten im Rahmen der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes „Agenda Meßstetten 2030“ habe sich die Bürgerschaft ein solches Angebot gewünscht. Das nun fertiggestellte Sport- und Freizeitgelände auf dem Blumersberg bezeichnete er als ein bereicherndes Kleinod auf dem Großen Heuberg und von seiner Dimension einmalig in der Region. „Es ist ein attraktives Angebot an unsere Bürgerinnen und Bürger, an unsere Kinder und Jugendlichen – kurzum: an alle Generationen, ob körperlich fit oder eingeschränkt“, so der Schultes sichtlich stolz. Außerdem hob er das touristische Potenzial für Gäste und Besucher hervor.

Auf 6.000 m² gebe es künftig eine bunte Vielfalt unterschiedlichster Möglichkeiten der aktiven Betätigung und Bewegung: barrierefreie Spazierwege mit Bänken zum Verweilen und bei klarem Wetter mit Aussicht auf die österreichische und Schweizer Alpenkette, Picknick- und Grillstellen, Wasserspiele, Fitnesszirkel, Klettern, barrierefreie Schaukel und Trampolin – dieses Gelände lasse keine Wünsche offen und warte auf die aktive Nutzung. Darüber hinaus denke man im Gemeinderat über ein zusätzliches gastronomisches Angebot nach. Das Sport- und Freizeitgelände sei auch eine gelungene Ergänzung zum benachbarten Dirtpark, der bereits im vergangenen Jahr eröffnet wurde.

Insgesamt habe das Sport- und Freizeitgelände rund 800.000 Euro gekostet. „Das ist eine gute Investition in die Zukunft und zur Verbesserung der Lebens- und Freizeitqualität unserer Stadt – gerade und vor allem auch in Zeiten von Corona“, so Bürgermeister Schroft. Vom Naturpark Obere Donau erhalte die Stadt 180.000 Euro an Zuschüssen. Dafür dankte er stellvertretend dessen Vorsitzenden Landrat Bär aus Tuttlingen sowie Naturparkgeschäftsführer Bernd Schneck.

Im Hinblick auf die üppige Bepflanzung des Geländes kündigte Bürgermeister Schroft die Möglichkeit an, Patenschaften für die gepflanzten Bäume zu übernehmen. Insgesamt habe man 58 Bäume und rund 200 Sträucher zusätzlich zum Bestand gepflanzt – vom Rotahorn bis zur amerikanischen Roteiche, der gefülltblühenden Vogelkirsche, der Sommer- und Winterlinde und vielen anderen. Mit der Auswahl besonderer Baumarten wolle man den Gästen auf dem Blumersberg im Herbst das einzigartige Erlebnis des „Indian Summer“, bekannt aus den USA oder Kanada, ermöglichen. Jede Mitbürgerin und jeder Mitbürger solle für einen bestimmten Geldbetrag die Patenschaft für einen bestimmten Baum erlangen können, um so eine noch stärkere Identifikation der Bürgerschaft mit ihrem neuen Sport- und Freizeitgelände zu erreichen.

Dem neu entstandenen Sport- und Freizeitgelände Blumersberg wünschte er eine hohe Akzeptanz, viele Besucherinnen und Besucher aus nah und fern sowie begeisterte Nutzer, die sorgsam mit dem Gelände umgehen und es sauber halten.

Im Anschluss übergab er das Wort an Jörg Sigmund vom gleichnamigen beauftragten Planungsbüro, der folgende These an den Beginn seiner Ausführungen stellte: „Wenn am richtigen Ort die richtigen Menschen zusammenkommen, dann können richtig große Dinge entstehen“, so der Landschaftsarchitekt, um anschließend festzustellen, dass dies auf das aktuelle Projekt am Blumersberg offensichtlich zutreffe. Einen Sportplatz zu einem Sport- und Freizeitgelände umzubauen sei keine gewöhnliche Aufgabe, sondern vielmehr „ein Traum für jeden Landschaftsarchitekten“.

Schon bei den ersten Ideenskizzen im November 2018 habe man angestrebt, entlang eines Rundwegs unterschiedliche Angebote für alle Altersgruppen zu schaffen – und außerdem barrierefrei für Menschen mit Handicap, damit alle von diesem großartigen Angebot profitieren können. Zunächst habe man die etwa 6.000 m² große Fläche in einzelne Bereiche gegliedert. Ein zentraler Ansatz sei es gewesen, sämtliche Aushubmassen an Ort und Stelle zur Geländemodellierung zu verwenden, man habe also keinen einzigen Kubikmeter Boden abgefahren. So sei aus dem ebenen Sportplatz eine bewegte Landschaft entstanden, die Erlebnisräume beinhaltet mit unterschiedlichen Funktionen und Angeboten. „Direkt an der Erschließung mit der Fahrradabstellanlage und den barrierefreien Stellplätzen und in direkter Nachbarschaft zum Dirtpark ist ein tolles Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene entstanden: ein Kleinspielfeld und eine Calisthenics-Anlage. Dort wird an starren Geräten durch Muskelspannung trainiert. Auf dem kleinen Rasen-Bolzplatz lässt sich kicken, Volleyball spielen oder auf den Sitzstufen im Gelände auch mal eine kleine Veranstaltung abhalten. Dahinter befindet sich der zentrale Spielbereich mit echten Herausforderungen für Jung und Alt. Ganz besondere Spiel- und Trainingsgeräte finden sich hier. Uns war es wichtig, spannende Anreize zu schaffen, denn Fitness entsteht durch Bewegung - ob am statischen Gerät oder im Hangel-Parcours. Die Stadt Meßstetten betreibt hier aktive und inklusive Gesundheitsvorsorge“, so der sichtlich begeisterte Landschaftsarchitekt.

Natürlich könne man sich auch an klassischen Spielplatzgeräten austoben, wie z.B. an Schaukeln in unterschiedlicher Ausprägung und Größe. Die Hochschaukel am südlichen Ende des Geländes biete ganz nebenbei auch eine faszinierende Aussicht und bei geeigneter Witterung sogar Alpenfernsicht. Alle Bereiche des Geländes habe man verbunden mit neu angelegten Wegen, an denen zahlreiche Bänke zum Verschnaufen oder einfach zum Genießen einladen. An die ganz Kleinen sei natürlich auch gedacht worden: Der Kleinkindbereich mit einem altersgerechten Spielangebot liege gut einsehbar am zentralen Spielbereich und am Picknick-Bereich mit seinen drei Grillstellen. Das ganze Gelände habe man so modelliert, dass nicht alles sofort einsichtig sei, sondern Spannung erzeugt und Neugier geweckt werde, was sich wohl hinter dem nächsten Hügel verbirgt.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildete ein kurzes Grußwort durch den Geschäftsführer des Naturparks Obere Donau Bernd Schneck. Er hob hervor, dass der Naturpark schon viele Projekte in Meßstetten gefördert habe, so z.B. die Premiumwanderwege HochAlbPfade oder auch die Wohnmobilstellplätze auf dem Blumersberg und am Stausee in Oberdigisheim. Das Sport- und Freizeitgelände Blumersberg sei im Naturpark mit 960 Metern über dem Meeresspiegel das höchstgelegene Förderprojekt und mit 180.000 Euro gleichzeitig auch das mit dem höchsten Förderbetrag. Dieser stamme hälftig von der Europäischen Union. Weitere fünfzig Prozent steuern das Land Baden-Württemberg und die Lotterie „Glücksspirale“ bei.