Informationen zu Hilfs- und Beratungsprogrammen für Unternehmen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie

Dienstag, 09. Juni 2020

Bereits in früheren Ausgaben des Amtsblatts haben wir regelmäßig über Wirtschaftshilfen von Bund und Land für Unternehmen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie informiert. Das nachfolgende Merkblatt des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg gibt nochmals einen umfassenden Überblick über die aktuellen Angebote.

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

1. Ansprechpartner auf einen Blick
Hier finden Sie alle Ansprechpartner als PDF-Dokument.

2. Konkrete Unterstützung für betroffene Unternehmen in Baden-Württemberg
Hinweis: Unter https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/wirtschaft/informationen-zu-den-auswirkungen-des-coronavirus/ finden Sie weitere ausführliche Informationen für Unternehmen und Beschäftigte in Baden-Württemberg, die fortlaufend aktualisiert werden.

- Soforthilfen/Zuschüsse
- Liquiditätshilfen
- Kurzarbeitergeld
- Steuerliche Erleichterungen
- Sonstige Unterstützung

Soforthilfe Corona
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat am 25. März 2020 ein Soforthilfeprogramm aufgelegt, das Soloselbständige, Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und Angehörige der freien Berufe mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt. Mit der Soforthilfe konnten knapp 240.000 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von über 2 Milliarden Euro bei der Sicherung ihrer Existenz und der Überbrückung coronabedingter akuter Liquiditätsengpässe unterstützt werden. Anträge konnten bis zum 31. Mai 2020 gestellt werden. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie führt jedoch dazu, dass die laufenden Einnahmen vieler Betriebe weiterhin unter den laufenden Kosten liegen werden. Die Liquiditätsfrage bleibt damit akut. Das Land arbeitet daher weiterhin mit Hochdruck daran, die passenden Instrumente zur Verfügung zu stellen, um von der Pandemie besonders betroffene mittelständische Unternehmen und Soloselbständige aller Branchen weiter finanziell zu unterstützen. Ein Nachfolgeprogramm für die Soforthilfe wird ebenfalls schnellstmöglich auf den Weg gebracht. Derzeit läuft die Abstimmung mit dem Bund. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau setzt sich in diesem Zusammenhang dafür ein, dass für die betroffenen Unternehmen möglichst rasch eine bedarfsgerechte Lösung gefunden wird und das Programm mit den eigenen Maßnahmen in Einklang gebracht wird. Darüber hinaus werden alle Anträge auf Soforthilfe, die frist- und formgerecht gestellt wurden, selbstverständlich zügig und im gewohnten Prozess bearbeitet.

Informationen finden Sie unter: https://wm.baden-wuerttemberg.de/soforthilfe-corona

Liquiditätshilfen
Zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen den Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe in Baden-Württemberg eine Reihe etablierter Förderinstrumente sowie die Corona-Hilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung.
Wichtig: Generell gilt das sogenannte Hausbankenverfahren. Das bedeutet, dass Unternehmen den Förderantrag nicht beim Förderinstitut, sondern direkt bei der Hausbank stellen. Diese kennt das Unternehmen und ist so in der Lage, den Antrag kurzfristig zu prüfen und an das Förderinstitut weiterzuleiten. Die Kreditentscheidung erfolgt bei der jeweiligen Hausbank.

Förderdarlehen der L-Bank

Liquiditätskredit Plus und Liquiditätskredit
Mit dem Liquiditätskredit können mittelständische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und freiberuflich Tätige (in der Regel bis 500 Beschäftigte) ihren Liquiditätsbedarf, mit einem Laufzeitangebot zwischen vier und zehn Jahren und einem Regeldarlehensbetrag von bis zu 5 Mio. Euro, decken.

Folgende Varianten stehen zur Verfügung:
-Liquiditätskredit Plus (neu ab 1.6.2020) als zinsverbilligtes Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von aktuell 10 Prozent des Darlehensbetrags, max. 300.000 Euro sowie optionaler Coronahilfe-Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg oder der L-Bank bis zu 90 Prozent des Ausfallrisikos
-Liquiditätskredit in der bisher bekannten Form als zinsverbilligtes Darlehen mit optionalen individuellen Bürgschaften oder Kombi-Bürgschaften 50 der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg oder der L-Bank

Informationen: www.l-bank.de/liquiditaet

Gründungsfinanzierung/Wachstumsfinanzierung
Als Alternative zum Liquiditätskredit können auch die Betriebsmittelvarianten in der Gründungs- oder Wachstumsfinanzierung genutzt werden, allerdings mit standardisierter 5-jähriger Laufzeit und ohne die vorzeitige kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeit.

Informationen: www.l-bank.de/gf und www.l-bank.de/wf

Weiterbildungsfinanzierung 4.0
Sofern ein Unternehmen seine Mitarbeiter zur Vermeidung von Kurzarbeit zu Qualifizierungsmaßnahmen anmeldet oder zur Anpassung an neue Betriebs- oder Digitalisierungsprozesse Weiterbildungs-/Umschulungsmaßnahmen plant, können entsprechende Vorhaben zinsgünstig mit einem drei- bis fünfjährigen Darlehen der Weiterbildungsfinanzierung 4.0 in pauschaler Höhe (in der Regel 20.000 Euro pro zu qualifizierendem Beschäftigten) finanziert werden.

Informationen: www.l-bank.de/wbf

Innovationsfinanzierung 4.0
Kleine und mittlere Unternehmen sowie größere Mittelständler können in der Innovationsfinanzierung 4.0 aus den vier Förderbausteinen Innovative Vorhaben, Digitalisierungsvorhaben, Innovative Geschäftsmodelle und Innovative Unternehmen wählen. Kredithöhe: 10.000 bis 5 Mio. Euro, bei größeren Unternehmen bis 25 Mio. Euro.

Informationen: www.l-bank.de/inno

Wichtig: Alle Förderkredite der L-Bank können mit Kombi-Bürgschaften der Bürgschaftsbank flankiert werden.
Für bestehende Förderkredite, deren Tilgungsbelastungen aufgrund der Corona-Krise vorübergehend nicht mehr leistbar sind, bietet die L-Bank eine bis zu 12-monatige Tilgungsaussetzung unter Anpassung der restlichen Tilgungsraten und unter Beibehaltung der vertraglichen Zinsvereinbarung sowie der Gesamtlaufzeit an. Anträge hierzu können ab sofort formlos an die L-Bank gerichtet werden.

Bürgschaften der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und L-Bank
Wenn eine Hausbank aufgrund fehlender Sicherheiten nicht in der Lage ist, einem betroffenen Unternehmen einen Kredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, kann - je nach Bürgschaftshöhe - die Bürgschaftsbank oder die L-Bank bis zu 90 Prozent des Risikos abnehmen.

-Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg vergibt Bürgschaften bis 2,5 Mio. Euro.
-Die L-Bank ist zuständig für Bürgschaften über 2,5 Mio. bis 20 Mio. Euro. Neben dem standardisierten Kombi-Programm werden zusätzlich Individualbürgschaften angeboten.
-Die Landesbürgschaft – Bürgschaften über 20 Mio. Euro – wird durch die L-Bank abgewickelt.

Informationen: https://www.buergschaftsbank.de/hilfspaket-corona-krise und www.l-bank.de/corona

KfW-Corona-Hilfen

KfW-Schnellkredit 2020
Für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) können mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern seit dem 15. April 2020 den neuen KfW-Schnellkredit beantragen (Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten max. 500.000 Euro, Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten max. 800.000 Euro). Der Kredit wird zu 100 Prozent abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

KfW-Sonderprogramm 2020
Die KfW hat ein Sonderprogramm für den ERP-Gründerkredit-Universell und den KfW-Unternehmerkredit aufgelegt (Kreditbeträge bis zu 1 Mrd. Euro). Die Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind mit einer 90-prozentigen Haftungsfreistellung für die Hausbank ausgestattet, sofern die Unternehmen bereits seit 3 Jahren bestehen. Für Kredite an größere Unternehmen ist eine 80-prozentige Haftungsfreistellung möglich.

Weitere Informationen zum KfW-Schnellkredit 2020 und zum KfW-Sonderprogramm 2020: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/KfW-Corona-Hilfe/

Stabilisierungsmaßnahmen

Beteiligungsfonds des Landes
Die Landesregierung hat am 12. Mai 2020 ein Rahmenkonzept für einen baden-württembergischen Beteiligungsfonds beschlossen. Ziel des Beteiligungsfonds ist es, das Eigenkapital kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken, um diese kreditwürdig zu machen, auch zukünftig deren Liquidität zu ermöglichen und deren Fortbestand somit über die Krise hinaus zu sichern. Das Land führt dazu den Unternehmen zeitlich begrenzt Eigenkapital zu oder setzt Finanzierungsinstrumente mit Eigenkapitalcharakter ein und ergänzt damit andere Programme sinnvoll.
In Abgrenzung zu dem auf größere Unternehmen ausgerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes richtet sich der Beteiligungsfonds gezielt an baden-württembergische Unternehmen, die im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr vor dem 1. Januar 2020 mehr als 50 und weniger als 250 Mitarbeiter, einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro und für die baden-württembergische Wirtschaft eine besondere Relevanz haben.
Die Einrichtung des Fonds wird insbesondere wegen der Umsetzung der rechtlichen Voraussetzungen noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/landesregierung-bringt-baden-wuerttembergischen-beteiligungsfonds-fuer-den-mittelstand-auf-den-weg/

Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes
Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds dient der Stabilisierung von Unternehmen der Realwirtschaft, deren Bestandsgefährdung erhebliche Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort oder den Arbeitsmarkt in Deutschland hätte. Er soll Liquiditätsengpässe beseitigen, die Refinanzierung am Kapitalmarkt unterstützen und vor allem auch die Kapitalbasis von Unternehmen stärken. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in den letzten beiden bereits bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt haben:
1) Bilanz ab 43 Mio. Euro
2) Umsatz ab 50 Mio. Euro
3) mehr als 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt

Ansprechpartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/WSF/wirtschaftsstabilisierungsfonds.html

Kurzarbeitergeld
Wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Coronavirus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber beantragt werden.
Bundesregierung und Gesetzgeber haben zwischenzeitlich Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld erlassen. Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt. Ansprechpartnerin ist die Agentur für Arbeit vor Ort.

Die wichtigsten Neuerungen im Einzelnen:
-Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
-Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden können bis zu 100 Prozent erstattet werden.
-Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
-Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird verzichtet.

Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten ihre Gültigkeit.

Hinweis zur Höhe des Kurzarbeitergeldes:
Das Kurzarbeitergeld wird ab Mai 2020 gestaffelt wie folgt angehoben: Für diejenigen, die es für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, soll es ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent (für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80 Prozent beziehungsweise 87 Prozent (für Haushalte mit Kindern) steigen - längstens bis Ende 2020.

Ausweitung der Hinzuverdienstmöglichkeiten:
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden die Hinzuverdienstmöglichkeiten ausgeweitet: Seit dem 1. Mai ist es möglich, bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens hinzuzuverdienen. Diese Möglichkeit wird für alle Berufe geöffnet. Die Regelung gilt ebenfalls bis Ende des Jahres.

Hinweise zur Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld:
Die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld wurde auf 21 Monate verlängert. Dies gilt aber nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. Dezember 2019 entstanden ist. Zu beachten ist auch, dass eine verlängerte Bezugsfrist spätestens zum 31. Dezember 2020 endet. Dies bedeutet, dass von der maximalen Bezugsdauer von 21 Monaten nur Beschäftigte profitieren können, deren Anspruch spätestens am 1. April 2019 entstanden ist. Für Kurzarbeitergeld-Bezieher mit einem Anspruchsbeginn in 2020 verbleibt es bei der gesetzlichen Bezugsdauer von 12 Monaten.
Wichtig: Unternehmen müssen Kurzarbeit vorher bei der Arbeitsagentur anzeigen. Erst danach können Sie dieses beantragen.

Alle Informationen, Vordrucke und Videoanleitungen gibt es online unter: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Steuerliche Erleichterungen
Das Bundesfinanzministerium hat zusammen mit den Landesfinanzministerien steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen wie zum Beispiel Stundung fälliger Steuerzahlungen, Anpassungen von Vorauszahlungen sowie Erleichterungen bei Vollstreckungen beschlossen, die von der Ausbreitung des Virus betroffen sind. Wer von den steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen Gebrauch machen möchte, sollte sich an das jeweils zuständige Finanzamt vor Ort wenden.

Einen Überblick und Antworten auf häufig gestellte Fragen (z. B. steuerliche Fragen zur Kurzarbeit oder der Absetzbarkeit von Kosten) finden Sie hier: https://fm.baden-wuerttemberg.de/de/ministerium/corona/faq-steuern/

Krisenberatung Corona
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat mit der „Krisenberatung Corona“ eine weitere Unterstützungsmaßnahme für kleine und mittlere Unternehmen, Soloselbständige und Angehörige der freien Berufe in Baden-Württemberg aufgelegt, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Ziel der kostenlosen Beratung ist es, die unternehmerische Lage zu bewerten, Möglichkeiten der Liquiditätssicherung zu prüfen und eine Strategie zur Krisenüberwindung zu entwickeln. Hierfür können Unternehmen bis zu vier Beratungstage in Anspruch nehmen. Für die „Krisenberatung Corona“ hat das Wirtschaftsministerium das RKW Baden-Württemberg, die Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), die DEHOGA Beratung und die Unternehmensberatung des Handelsverbandes Baden-Württemberg beauftragt. Interessierte Unternehmen können sich direkt an die Beratungsdienste wenden. Im Rahmen eines Erstgesprächs werden die Fördervoraussetzungen abgeklärt, die Beratungsbedarfe analysiert und ein geeigneter Krisen- und Sanierungsexperte vermittelt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
-RKW Baden-Württemberg: https://www.rkw-bw.de/-BWHM
- Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand: https://www.bwhm-beratung.de/
-DEHOGA Beratung: https://www.dehogabw.de/informieren/branchenthemen/coronavirus/corona-krisenberatung.html
-Unternehmensberatung Handel - Ein Unternehmen der Handelsverbände in Baden-Württemberg: https://www.foerdermittel-handel.de/

Kontaktstelle für die Sicherung von Lieferketten
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat in Kooperation mit den Bundesländern und Verbänden ein Netzwerk von Kontaktstellen zur Sicherstellung der Lieferketten eingerichtet. Ziel ist es, dass die Herstellung und Lieferung benötigter Zuliefererprodukte, wo möglich, wieder reibungslos funktioniert. Die im Rahmen dieser Initiative gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und der IHK Region Stuttgart organisierte Kontaktstelle behandelt sowohl Probleme bei der Herstellung und Lieferung von Zuliefererprodukten als auch der allgemeinen Rohstoffversorgung.

Für konkrete Fragen aus der Wirtschaft steht die IHK unter der E-Mail-Adresse kontaktstelle-lieferketten@stuttgart.ihk.de zur Verfügung. Das Wirtschaftsministerium ist als Ansprechpartner für das Netzwerk des Bundeswirtschaftsministeriums, anderer Stellen der Bundesregierung und der Bundesländer sowie relevanter Wirtschaftsorganisationen unter der zentralen E-Mail-Adresse kontaktstelle-lieferketten@wm.bwl.de erreichbar.

Förderprogramm „Azubi im Verbund – Ausbildung teilen“
Mit der Förderung der Verbundausbildung sollen flexible Lösungen ermöglicht werden, damit die Kurzarbeit nicht zu Lasten der Ausbildungsqualität geht. Ausbildungsbetriebe, die allein eine vollständige Ausbildung nicht durchführen können und deshalb einen Ausbildungsverbund bilden, können durch Gewährung einer Prämie gefördert werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen werden die Bedingungen für kurzarbeitende Betriebe erleichtert: Statt der sonst geforderten 20 Wochen im Partnerbetrieb kann eine Förderung erfolgen, wenn der Auszubildende während der Kurzarbeits-Phase mindestens vier Wochen seiner Ausbildung in einem Partnerbetrieb absolviert. Der Betrieb erhält dann eine einmalige Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro.

Alle Informationen zum Programm und zur Antragstellung finden Sie unter https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/azubi-im-verbund-ausbildung-teilen/.

Erweiterung „Start-up BW Pre-Seed“ zu „Start-up BW Pro-Tect”
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt Start-ups in der Corona-Krise mit dem Förderprogramm „Start-up BW Pro-Tect“. „Start-up BW Pro-Tect“ ist eine Ausweitung der bundesweit einmaligen Frühphasenförderung „Start-up BW Pre-Seed“ auf krisengeschüttelte Start-ups, die die erste Finanzierungsrunde schon erfolgreich beendet haben. Sie wird wie ein Wandeldarlehen gewährt und kann einen ersten Kapitalbedarf von bis zu 200.000 Euro (in begründeten Ausnahmefällen bis zu 400.00 Euro) abdecken, wovon 80 Prozent vom Land finanziert werden und 20 Prozent von privaten Ko-Investoren stammen müssen.

Die Voraussetzungen für eine Förderung sind:
-Der zusätzliche Liquiditätsbedarf muss aufgrund von negativen Effekten durch Corona entstanden sein.
-Die Gründung des Start-ups darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.
-Grundsätzlich darf noch nicht mehr als drei Millionen Euro Eigenkapital aufgenommen worden sein.
-Es muss sich um ein wachstumsorientiertes Geschäftsmodell handeln, welches im Kern von innovativen Produktentwicklungen oder Anwendungen getragen wird (z.B. KI-Anwendungen, Plattformtechnologien, E-Commerce, Smart-Green-Technologien, Industrie 4.0 oder Life Sciences).
-Die Empfehlung sowie die Begleitung muss durch einen Start-up BW Accelerator und Programmpartner von „Start-up BW Pre-Seed“ erfolgen.
-Private Ko-Investoren müssen unverändert mindestens 20 Prozent der jeweiligen Start-up-Finanzierung zu gleichen Konditionen wie das Land übernehmen.
-Berechnungsgrundlage für den Finanzierungsbetrag ist der „Cashburn“, also die fortlaufenden zahlungswirksamen Kosten abzüglich etwaiger Umsätze der nächsten sechs Monate.

Informationen zum Programm finden Sie hier: www.startupbw.de/pro-tect.

Unterstützungspaket des Bundes für Start-ups
Start-ups haben darüber hinaus grundsätzlich Zugang zu allen Unterstützungsmaßnahmen des Corona-Hilfspakets des Bundes. Jedoch passen klassische Kreditinstrumente häufig nicht auf die Bedürfnisse von Start-ups, jungen Technologieunternehmen und kleinen mittelständischen Unternehmen. In vielen Fällen erfüllen sie die von Hausbanken gestellten Anforderungen an Kreditnehmer aufgrund ihres jungen Alters und meist sehr innovativen Geschäftsmodells nicht. Deshalb bietet der Bund ein 2-Milliarden-Euro-Maßnahmenpaket an, das auf zwei Säulen basiert:
Säule 1 „Corona Matching Fazilität“:
KfW Capital und Europäischer Investitionsfonds stellen privaten Wagniskapitalfonds die zusätzlichen öffentlichen Mittel über die neue Corona Matching Fazilität (CMF) zur Verfügung, damit Investoren auch während der Corona-Krise hoch innovative und zukunftsträchtige Start-ups finanzieren. Damit soll sichergestellt werden, dass noch junge Unternehmen auch in der derzeitigen Phase ihren Wachstumskurs fortsetzen können. Die einzelnen Fonds können die CMF-Mittel im Verhältnis von max. 70 zu 30 (öffentlich zu privat) beihilfefrei pari passu „matchen“; die einzelnen Finanzierungsrunden können maximal 50 % Mittel aus der CMF erhalten.
Daneben werden die Mittel aus dem 2-Milliarden-Euro-Maßnahmenpaket über die beiden öffentlichen Wagniskapitalfonds High-Tech Gründerfonds (HTGF) und coparion direkt in Start-ups investiert.
Säule 2 für Start-ups und kleine Mittelständler (ohne Zugang zu Säule 1):
Für Start-ups und kleine Mittelständler, die keinen Zugang über die Corona Matching Fazilität haben, werden weitere Wege zur Sicherstellung ihrer Finanzierungen eröffnet. Hierzu wird es eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern geben, unter anderem über die Zusammenarbeit mit Landesgesellschaften.

Informationen zur Corona Matching Fazilität: https://kfw-capital.de/corona-matching-fazilitaet/

Weitere Informationen: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/S-T/start-up-schutzschild.pdf?_blob=publicationFile&v=4

Erleichterter Zugang zu Sozialleistungen
Mit dem Sozialschutzpaket der Bundesregierung wird insbesondere für Soloselbständige und Kleinstselbständige ein erleichterter Zugang zur Sicherstellung des Lebensunterhalts durch die Grundsicherung geschaffen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung. Die Bundesagentur für Arbeit hat zudem eine kostenfreie Sonderhotline eingerichtet. Fragen von (Solo-)Selbständigen und Personen, die noch nie Kontakt zur Grundsicherung hatten, können hier schnell beantwortet werden bzw. man wird via Internetseite zum Antrag sowie dem zuständigen JC gelotst, Tel. 0800 4 5555 23.